Ansichten hier

1656 war das Ende des 30-jährigen Krieges zwar noch nicht lange her, doch das Leben in Flörsheim hatte sich inzwischen weitgehend normalisiert. Die Menschen, die den Krieg überlebt hatten,  gingen wieder ihren gewohnten Tätigkeiten als Winzer, Bauern und Handwerker nach und konnten das Dorf wieder verlassen, ohne Überfälle befürchten zu müssen. Die Felder wurden wieder regelmäßig bestellt, und die Weinlese konnte stattfinden, was während des Krieges in vielen Jahren unmöglich war.
Nach mehrmaligen Plünderungen waren die gröbsten Schäden an den Pforten, an Wohnhäusern, Scheunen, Ställen und Kelterhäusern beseitigt. Es gab allerdings noch Grundstücke, die der Gerichtschreiber als lehre hofreithplacke, ledige hofreith oder als hofreithplacke derzeit ein gaden bezeichnet. Im Krieg verlassene und herrenlos gewordene Hofreiten, Äcker und Weingärten konnten wieder in Besitz genommen werden. Vorwiegend in den Jahren 1649, 1650 und 1651 hatte das Flörsheimer Gericht eine Vielzahl von herrenlosen Grundstücken, die der Gemeinde zugefallen waren, zu sehr günstigen Preisen verkauft.
Es ist sicher kein Zufall, dass der Gerichtschreiber Johannes Neumann es für richtig hielt, die Besitzverhältnisse innerhalb und außerhalb der Ortsbefestigung für das Jahr 1656 in einem Kataster/Stockbuch festzuhalten, für eine Zeit, in der wieder halbwegs übersichtliche Verhältnisse eingekehrt waren.
Das Stockbuch 1656, das Gerichtsbuch GB 1645-1674G und 75 erhaltene Inventarlisten aus der zweiten Hälte des 17. Jhdts. bilden die wesentliche Grundlage zur Rekonstruktion des Dorfes und für eine grafische Modellbildung.  

Die während des Krieges mehrmals aufgebrochene Unterpforte

 Modellentwicklung hier

 Gesamtansichten hier

Das 3d-Modell