Aller menlich sol wiszen.also. als herte winter von fflersheym der Cartusz hoff und ecker zu fflersheym gelegen bestanden hatte eyn jarzal. nach lude. zweyer brieffe die dar uber gemacht und versiegelt sint. daz sie eymudelich. gutlich. und fritlich uberkomen sint in aller der masze als hernach geschrieben steet.
Zum ersten so hant die Carthuszer. herte ire ecker abegepechte (in Zahlung genommen) die da gesaet sin. ie eynen morgen umb vierdehalb malder korns. und hant yme sin pferde abgekauft. mit namen eylf. pherde und drue folen vor eyn phert. ye eyn phert vor funff gulden und zwo kue vor. funf gulden und sechzehen sweyne ye eyns vor eynen halben gulden und zwene swane, ye eynen vor funf gulden und waz dar zu gehort. zwene pluge. sicheln. egen. und anders des gleichen daz sol allez uff dem vorgenanten hofe bliben.
Auch sollet die Carthuszer vorgenantem herte geben funfzig gulden vor daz er die schure gemeret und ergröszet hat. und vor die fuderunge die uff dem hoffe ist. und vor die beszerunge und den genusz den er dar von gehabt hette abe er daz vorgenante jarziel uszgesesze hette, und vor alle ansprache die herte vorgenant oder die syne ie gehabt hette zu der Carthusze bisz uf diesen hutigen dag von allem daz man erdencken mag esz sy alt oder nüwe wie man daz vorbringen mochte.
und waz geld herten vorgenant geburt ubir die schult die er den Carthuszern schuldig ist daz sollet sie yme geben halb zu wynachten nechste komede und daz ander halb deyle dar nach zu Ostern. und solle yme die Carthusz sinen pachte weren und geben zu fflersheym in dem dorffe zwischen den zweyen unsz frauwen dagen als sie zu hiemel fur und geborn wart oder in einem mand darnach one geverde. Also daz man yme abeschlage lxxx malder korns die er jars der egenanten Carthusze zu pacht gab.
Auch hant die Carthuszer und herte vorgenant mit eyn gerechent und hant alle dinge glich gemacht und abegeslagen. vor korn gelde. zinsen die yn herte schuldig wasz von ubir daz allez blibet die Carthuszer herte schuldig vor die vorgeschriben dinge daz sie umb yn kauft hant und vor die funfzig gulden die sie yme gebent vor ergröszerunge der schuren und vor fuderunge. und beszerunge. und verzugunge aller ander ansprache (Ansprüche) als da vor geschrieben steet Nunzig gulden und vierdehalbe gulden und sollent die bezalen als vorgeshrieben steet. uszgescheyden die achtzig malder korns die er yn zu pachte sulde geben abe er uf dem hoffe wol bliben als vor geschrieben steet.
Und hat auch herte da midde williclich. vor sich sin husfrauwe und ire beyder erben und nachkomeden verziegt gentzlich und zu male uf den prior zu den Carthuszern by mentze und den Convent und ire nachkomede. und hat diese richtunge. und kauffe. und vereyngunge gemacht die erbaren lude. her Johan frideberg Vicarie zu sant Victor. und Haneman zu Widder burger zu mentze. und Clas Schultheysze von flersheym. gerhart gobeln son. Auch ist dar by gewest Contze bringen, henne des obgenanten herte son und hayle lemeler alle von flersheym  Auch ist dar by gewest der obgenante prior mit sinem bruder.
Desz zu eyner urkunde und merer sicherheit aller vorgeschrieben Dinge so han wir bede priore gebedenden Ersamen hern und Vater hern Eberhart von Eppelborn so underthan zu mentze daz er Ingesiegel unden an diesen brieff hat gehencket. und by der eygenen bede ist gewest der erbar her her Heynrich Firnsteyn Domher zu mentze und her Dytmar Vicarie da selbis.
Desz ich Eberhart vorgenant erkenne daz ich durch fliszlicher bede wille der Carthuszer und herten winters vor sie und ir beiden nachkomede diese obgeschrieben artickele und puncte alle feste und stede zu halden myn Ingesiegel an diesen brief han gehangen.
dise Ding sint gescheen dan man zalte nach Cristus geburt vierzehen hundert Jar und vier Jar uf den fritag nach san mertins dag des heiligen bischoffes

Dieser Urkunde von 1404, deren Inhalt nicht immer leicht zu verstehen ist, kann man Folgendes entnehmen: Die Karthäuser hatten ihren Hof und ihre Äcker in Flörsheim an Herte Winter gegen eine Pachtzahlung von 80 Malter Korn pro Jahr (entsprechend etwa 240 Morgen Land) verpachtet. Die erwähnten Bestandsbriefe sind nicht erhalten. Herte Winter aus einer  wohlhabenden Familie, die über mehrere Generationen dieser Zeit den Flörsheimer Schultheißen stellte, hatte 1388 2 Morgen Land über Grundzins erstanden, siehe hier. Jetzt ist er alleiniger Beständer des Hofes und des gesamten Landbesitzes der Karthäuser. Man kann davon ausgehen, dass die Äcker unterverpachtet waren. Er aber war gegenüber den Karhäusern verantwortlich und konnte die Pacht nicht bezahlen, er hat das jarziel uszgesesze.
Als Kompensation für die nicht gelieferte Pacht nehmen die Karthäuser in Zahlung: die eingesäten Äcker zu 3,5 Malter Korn pro Morgen, 11 Pferde mit 3 Fohlen pro Pferd zu je 5 Gulden, 2 Kühe zu je 5 Gulden, 16 Schweine zu je 0,5 Gulden, 2 Schwäne zu je 5 Gulden und Ackergeräte wie Pflüge, Eggen und Sicheln. Die  Ackergeräte verbleiben auf dem Hof. Er selbst darf auf dem Hof bleiben. Vergleicht man den Geldwert von Pferden oder Schweinen mit dem 250 Jahre später, ist dieser bis  1656 um den Faktor 10 gestiegen, wenn der hier angesetzte Wert dem realen Marktwert entsprach.  
Das Land der Karthäuser war offenbar noch nicht in einzelne Huben aufgeteilt und einzelnen Hübnern zugeordnet.
In die Zeit wenige Jahre vor diesem Vertrag fällt die Landreform des Domkapitels in der Absicht, eine Dreifelderwirtschaft zu etablieren. Es ist gut möglich, dass 1404 diese noch nicht gegriffen hatte, und die Aufteilung ihres Landbesitzes in ganze Huben und deren Verteilung auf drei Großfelder noch nicht vollzogen war, siehe Ackerbau. Das wäre dann erst 1451 geschehen.    

Die Urkunde ist in klarer gotischer Kursive geschrieben. Der Schreiber benutzt die damals üblichen Abkürzungszeichen (Bögen und Striche über dem Wort) für ausgelassene Endungen oder Wortsilben. Diphtonge oder Umlaute kommen noch nicht vor.
Das Siegel der Urkunde ist nicht erhalten.  

HHStAW 104/27

Herte Winter, Beständer des Kartäuserhofes 1404