Grundlage für eine Computersimulation der Bevölkerungsentwicklung und für alle demographischen Ergebnisse sind der Verlauf der Geburten- und Totenzahlen aus dem Kirchenbuch (rechts) nach deren Aufarbeitung und die Auswertung der genealogischen Datenbank. Ein Problem dabei sind  nicht vorhandenen oder falschen Angaben im Kirchenbuch in bestimmten Zeiten. Hier lassen sich Geburten- und Totenzahlen teilweise rekonstruieren.

Definiert man einen „Wirtschaftsindex“ als Anzahl der Grundstückstransaktionen pro Jahr, also der Anzahl aller Käufe und Verkäufe von Hofreiten, Äckern und Weinbergen pro Jahr, muss dieser Wirtschaftsindex, von Wirtschaftskrisen abgesehen, mit der Zahl der in Flörsheim lebenden Einwohner korrelieren. Im Diagramm rechts der Verlauf von Wirtschaftsindex und Geburtenzahlen. Im Wirtschaftsindex erkennt man ab 1645 am Ende des Krieges noch einen Abwärtstrend, der aber spätestens 1660 in einen Aufschwung übergeht (siehe Zuwanderung), danach eine Normalisierungsphase bis zur ersten Wirtschaftskrise ab 1675, ausgelöst durch den niederländisch-französischen Krieg. (siehe Zahl der Toten 1673). Danach erfolgt ein stetiges Wachstum bis 1695. Das Maximum der Grundstückstransaktionen liegt bei 1695, also in einer Zeit, in der nach Geburtenverlauf fast niemand mehr in Flörsheim gewesen sein dürfte. Ab 1695 setzt eine weitere Wirtschaftskrise ein, ausgelöst durch den Pfälzer Erbfolgekrieg und Hungerjahre von 1689 bis 1694, um sich danach wieder, der wachsenden Einwohnerzahl folgend, normal zu entwickeln. All dies zeigt klar, dass der Einbruch in den Geburtenzahlen zwischen 1690 und 1700 nicht real ist, sondern im wesentlichen ein Eintragungsproblem (weitere Details in Buch II).

Der außer in Wirtschaftskrisen erstaunlich synchrone Verlauf von Geburtenzahlen und Wirtschaftsindex gibt die Möglichkeit zur Rekonstruktion fehlender oder falscher Geburtenzahlen. Im dritten Diagramm rechts sind die Datenreihen von Geburten/Jahr und Wirtschaftsindex durch eine Skalenverschiebung der vertikalen Geburtenachse zur bestmöglichen Deckung gebracht. Man erkennt den, außer in und nach den Wirtschaftskrisen von 1675 und 1695, synchronen Verlauf, so dass der Gedanke nahe liegt, im Bereich zwischen 1645 und 1653, 1690 und 1695 und kurz nach 1710 die Werte des Wirtschaftsindex, entsprechend skaliert, als Geburtenzahlen zu betrachten (viertes Diagramm). Die rekonstruierten Werte für 1650 und 1651 sind der Vollständigkeit halber mit aufgenommen, liegen aber mit Sicherheit zu hoch. In diesen beiden Jahren hat die Gemeinde herrenlose Grundstücke, die ihr im Krieg zugefallen waren, zu günstigen Preisen verkauft. Diese Verkäufe täuschen einen hohen, aber nicht realen Wirtschaftsindex vor. Bei der Mitteilung der Daten wurden diese Werte nicht berücksichtigt.

Die Fluktuationen im Verlauf der Geburtenzahlen sind statistischer Natur und, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nicht ereignis- oder umständebedingt (auch bei gleicher Anzahl von Erwachsenen würden die Geburtenzahlen von Jahr zu Jahr schwanken). Damit sich diese Fluktuationen der Geburtenzahlen nicht bei der Simulation in Fluktuationen der Einwohnerzahlen widerspiegeln, was unreal wäre, müssen die Geburtenzahlen zwischen 1620 und 1800 gemittelt und interpoliert werden, wobei die rekonstruierten Geburtenzahlen sehr hilfreich sind. Das Ergebnis ist die durchgezogene Kurve im vierten Diagramm, die gleichzeitig die Zeiten der Eintragslücken und Falscheinträge überbrückt. Diese Kurve liefert die Geburtenzahlen als Eingabe  für die Simulation.

Die Aufarbeitung der Sterbedaten ist etwas schwieriger. Es gibt wie bei den Geburtenzahlen die Eintragungslücke zwischen 1635 und 1653, zudem sind aber alle Sterbedaten zwischen 1676 und 1728 in hohem Maße unrealistisch und damit für eine Simulation nicht brauchbar. Vergleicht man die Zahl der Toten pro Jahr in diesem Zeitraum mit dem Verlauf der Werte ab 1728, dem Amtsantritt von Pfarrer Lamberti, springt der Unterschied auch ohne Detailanalyse sofort ins Auge. Pfarrer Huberti (1720-1728) war wenigstens konsequent und hat überhaupt keine toten Kinder eingetragen. Das gibt, zusammen mit dem Wissen, dass tote Kinder über den gesamten Zeitraum 60 % aller Toten ausgemacht haben, die Möglichkeit, die Zahl der Gesamttoten pro Jahr zwischen 1720 und 1728 zu rekonstruieren. Wenn T die Zahl der Gesamttoten und TKB die Zahl der im Kirchenbuch eingetragenen Toten (keine Kinder) sind, muss bei 60 % toter Kinder gelten: T = 0,6 x T + TKB. Daraus ergibt sich die Zahl der Gesamttoten zu T = TKB / 0,4. Diese rekonstruierten Sterbezahlen fügen sich nahtlos und plausibel an die nachfolgenden realistischen Daten an (offene schwarze Kreise im vierten Diagramm).

Das löst allerdings nicht das Problem für die Zeit zwischen 1676 und 1720. Hier hilft nur die Berechnung der Zahl der Toten pro Jahr anhand der mittleren altersspezifischen Sterberaten, die man aus den Zeiten zuverlässiger Sterbeeinträge gewinnen kann (siehe Computersimulation). Diese Methode lässt sich jedoch nicht auf die Zeit zwischen 1635 und 1653 (Lücke) anwenden, da in dieser Zeit mit die schlimmsten Kriegsjahre lagen, und die Sterberaten in einigen Jahren drastisch höher waren als die mittleren Sterberaten. Für diese Zeit kann man aus der Kenntnis der Kriegsereignisse in Flörsheim (30-jähriger Krieg) und Vergleich mit den bekannten Todeszahlen der Kriegsjahre 1623 und 1632 (auch 1673) die Zahl der Toten pro Jahr für die Zeit zwischen 1635 und 1650 abschätzen. Die schlimmsten Kriegsjahre in Flörsheim nach 1632 waren 1635, 1640, 1644 und 1646. Das Ergebnis im fünften Diagramm, zusammen mit dem berechneten Verlauf der Toten pro Jahr im Zeitraum zwischen 1675 und 1730.

Im 17. Jhdt. stand der Eheschließung zu einem Zeitpunkt der Wahl der zukünftigen Eheleute eine gewaltige Hürde entgegen. Ein Mann konnte nur heiraten, wenn er ein eigenes Herdfeuer d. h. einen eigenen Hausstand vorweisen konnte. Für Flörsheim galt das in der Mitte des 17. Jhdts. konsequent. Es war nicht möglich, dass ein Sohn heiratete, und die Eheleute im Haus der Eltern des Sohnes oder der Eltern der Frau lebten. Diese Einschränkung des Heiratszeitpunktes galt in Westeuropa seit dem frühen Mittelalter [Pfister 2007]. Ein Sohn musste deshalb warten, bis die Eltern bereit waren, die Hofreite zu übergeben, was in der Regel hinausgezögert wurde, da der Hof die einzige Lebensversicherung der Eltern war. Oft konnte der älteste Sohn den Hof erst kurz vor oder nach dem Tod des Vaters übernehmen. Bei früherer Übergabe des Hofes wurden vertragliche Regelungen ausgehandelt, um die Existenz der Eltern, jetzt Altenteiler, zu sichern (Ausgedinge), die den Sohn nicht selten in finanzielle Probleme brachte.

Eine solche Einschränkung des Heiratszeitpunktes führte zu einem im Vergleich zu anderen Kulturen relativ hohen Heiratsalter. Dadurch verkürzte sich die fruchtbare Lebenszeit der Frauen, die deshalb weniger Kinder gebären konnten. Diese Einschränkung stellte eine gesellschaftlich akzeptierte demografische Regelgröße dar, um in Anbetracht immer knapper Ressourcen die Zahl der Kinder in Grenzen zu halten.

Rechts die Verteilung des Heiratsalters Flörsheimer Frauen im Zeitraum von 1670 bis 1740. Der Zeitraum vor 1670 lässt sich nicht auswerten, da für das Heiratsalter die Kenntnis von Heiratsdatum und Geburtsdatum notwendig ist. Bei Heiraten vor 1670 liegt das Geburtsdatum in der Regel vor 1653 und ist wegen der Eintragungslücke im Kirchenbuch nicht bekannt. Das mittlere Heiratsalter der Frauen aus dieser Verteilung liegt bei 22,0 Jahren. Zum Vergleich im gleichen Zeitraum: in Mainz     22,4 Jahre [Dülmen van 2005], in Oppenheim 23,5 Jahre [Zschunke 1984]. Das mittlere Heiratsalter der Männer in Flörsheim im obigen Zeitraum ist 27,3 Jahre, in Mainz 27,9 Jahre, in Oppenheim 26,9 Jahre

Geht man davon aus, dass die fruchtbare Zeit einer Frau bis 45 Jahre reicht, stehen also im Mittel 23 Jahre zur Verfügung, um Kinder zu gebären (Die Zahl der Frauen in Flörsheim, die im höheren Alter als 45 Kinder zur Welt brachten, ist vernachlässigbar).  Eine Frau, die in ihrem Leben 12 Kinder zur Welt bringt, müsste also alle 1,9 Jahre eine Geburt haben. Daran sieht man, dass 12 Kinder oder mehr zwar vorkommen können aber unwahrscheinlich sind, was sich mit der Realität deckt.

Die Zahl der Kinder, die Frauen im Mittel in ihrem Leben zur Welt bringen, die Fertilität (Fruchtbarkeit), ist eine wichtige demografische Größe und zur Berechnung der Bevölkerungsentwicklung unabdingbar. Dabei muss man unterscheiden zwischen der Fertilität der Frauen, die älter als 45 Jahre wurden, also ihre fruchtbare Lebensspanne voll ausnutzen konnten, und der Fertilität der Frauen, die vor Erreichen des Alters von 45 Jahren gestorben sind. Rechts für Flörsheim der prozentualen Anteil der Frauen, die alter als 45 wurden, und in den angegebenen Zeitrumen zwischen 0 - 4, 5 - 9 und 10 - 14 Geburten hatten im Zeitraum von 1655 bis 1725.  Der Schwerpunkt liegt bei 5 bis 9 Geburten.
Das Diagramm stellt die Geburtenzahlen in 5er-Scheiben dar. Analysiert man die zugrundeliegenden Daten nach genauen Geburtenzahlen, erhält man als mittlere echte Fertilität 8,2 (Alter bei Tod über 45 Jahre) und als Fertilität aller Frauen 6,0. Für Oppenheim zum Vergleich sind die Werte für die echte Fertilität 6,8 in protestantischen Familien und 8,3 in katholischen Familien [Zschunke 1984]. Eine Fertilität von 8,2 bedeutet, dass eine Flörsheimer Frau, die älter als 45 Jahre wurde, im Zeitraum von 1655 bis 1725 im Mittel 0,36 Kinder pro Jahr zur Welt brachte.

Von diesen Im Mittel 8,2 Kindern erreichten die wenigsten das Erwachsenenalter. Die – aus heutiger Sicht – katastrophalen hygienischen Zustände und die permanente Gefahr, an einer Infektion durch Pest, Pocken, Ruhr, Cholera, Gelbfieber, Typhus etc., gegen die es keine Mittel gab, zu erkranken und zu sterben, war allgegenwärtig. Diese Gefahr potenzierte sich noch in Kriegszeiten, in denen Soldaten diese Infektionskrankheiten einschleppten. Hinzu kam sicher auch in einigen Fällen mangelnde Fürsorge durch eine vollkommen überlastete Mutter, die mit ihrem Mann ums Überleben kämpfte.
40 % der Kinder starben in den ersten beiden Lebensjahren. Allerdings stellte diese hohe Säuglingssterblichkeit auch ein gewisses Regulativ dar, denn, von wenigen wohlhabenden Familien abgesehen, hatten viele Familien nicht die finanziellen Mittel, um eine große Zahl von Kindern zu ernähren und großzuziehen.

Aus Bayern ist folgender Text überliefert [Dülmen van 2005]: „Der Bauer freut sich, wenn sein Weib ihm das erste Pfand der Liebe bringt, er freut sich auch noch beim zweiten und dritten, aber nicht auch so beim vierten. Da treten schon Sorgen an die Stelle von Freuden. Er bedauert es, ein Vater vieler Kinder zu seyn, er hat für so viele keine gute Aussicht mehr, sein Vermögen ist zu klein. Er sieht alle nachkommenden Kinder für feindliche Geschöpfe an, die ihm und seiner vorhandenen Familie das Brod vor dem Mund wegnehmen. Sogar das zärtlichste Mutterherz wird schon für das fünfte Kind gleichgültig, und dem sechsten wünscht sie schon laut den Tod, dass das Kind himmeln sollte“.

Für Zeiten, in denen die Kirchenbucheintragungen vertrauenswürdig erscheinen, lässt sich der mittlere Anteil toter Kinder an den Gesamttotenzahlen ermitteln. Er liegt über den gesamten Zeitraum bei 60 %. Die prozentualen Anteile von toten Erwachsenen und Alten im Zeitraum von 1620 bis 1800 betragen 12 % und 28 %. Daraus kann man die mittleren altersgruppenspezifischen Sterberaten für Kinder, Erwachsene und Alte berechnen. Sie betragen 0,060, 0,016 und 0,057 pro Jahr. Zur Definition von Kindern, Erwachsenen und Alten siehe  Computersimulation.

Was solche Sterberaten bedeuten, ist rechts veranschaulicht, wo, ausgehend von angenommenen 1000 Neugeborenen, die Zahl der Überlebenden zu einem bestimmten Lebensalter dargestellt ist.  Die Zahl der Überlebenden G nach N Jahren in einer Bevölkerungsgruppe G mit einer Sterberate SRG ist G = G0 x (1 - SRG) ^ N, wobei G0 die Anfangspopulation ist.
Was für uns heute kaum vorstellbar ist, war im 17. Jhdt. (und auch im 18. Jhdt.) Realität. Von angenommenen 1000 Neugeborenen erreichten nur 40 % das 15. Lebensjahr, nur 26 % erreichten das heiratsfähige Alter (Frauen) von 22 Jahren.

Eine fiktive Altersgrenze wie wir sie heute z. B. in Form des Rentenalters kennen, gab es im 17. Jhdt. nicht. Man arbeitete, bis man nicht mehr konnte; als alt galt, wer aufgrund körperlicher Gebrechen oder geistiger Einschränkungen nicht mehr arbeiten konnte. Es gab keine Renten- oder Pflegeversicherungen; der Hausvorstand und seine Frau mussten nach einem Ausgedinge für den Lebensunterhalt der Alten aufkommen, womit sie nicht selten wirtschaftlich und finanziell überfordert waren, weil der Hof das nicht hergab. Solche weit verbreiteten Umstände führten zu einer gesellschaftsweiten Einstellung gegenüber dem Alter, die die Alten als nutzlos und überflüssig betrachtete. Es gab Fälle vor Gericht, wo Väter ihre Söhne verklagten, weil sie sie verhungern lassen würden.

Bevölkerungsstatistiker berechnen die Lebenserwartung der Menschen im 17. Jhdt. zu etwa 30-35 Jahren. Das ist die Lebenserwartung ab der Geburt, also die Lebenserwartung eines Neugeborenen. Das ist zwar mathematisch korrekt, aber nicht sehr zielführend bei einer Kindersterblichkeit von 40 % in den ersten beiden Lebensjahren. Was wirklich interessiert, ist, wie alt sind die Menschen geworden, nachdem sie das Erwachsenenalter erreicht und damit die Todesgefahren der Kindheit überwunden hatten. Rechts die Antwort für Flörsheim..

Das Diagramm zeigt die Anzahl Flörsheimer Männer, die ein bestimmtes Lebensalter erreicht haben, in 5 - Jahresscheiben. Ausgewählt wurden die Hausvorstände, die im Stockbuch verzeichnet sind, also 1656 gelebt haben. Von den 84 Männern, deren Daten ausgewertet werden konnten, starben 11 vor Erreichen des 45. Lebensjahres; 3 Hofbesitzer wurden älter als 80 Jahre. Der Schwerpunkt dieser Verteilung liegt bei 61,2 Jahren. Die im Stockbuch aufgeführten Besitzer von Hofreiten waren 1656 alle älter als 25 Jahre (vorher war der Erwerb einer Hofreite praktisch nicht möglich). Wenn also ein Mann in Flörsheim 1656 das Erwachsenenalter erreicht hatte, bestanden für ihn gute Chancen, über 60 Jahre alt zu werden.

Die mittlere Zahl der in einer Flörsheimer Familie im gesamten Zeitraum von 1620 bis 1800 lebenden Kinder betrug 2-3, eine Hausgemeinschaft bestand aus 5-6 Personen: Mann und Frau, 2-3 Kindern und ein Altenteiler, oder eine Magd oder ein Knecht. Aufgrund der oben geschilderten Bedingungen für eine Heirat (eigenes Herdfeuer) konnte es nur sehr wenige Großfamilien geben. Die oft anzutreffende idyllische Vorstellung von früheren Zeiten mit Großfamilien, wo 3 oder 4 Generationen unter einem Dach leben, entspricht einem Wunschdenken bestimmter Historiker- generationen. Großfamilien kamen im  17. Jhdt. in Flörsheim nicht vor. [Borscheid 1987] bemerkt zur allgemeinen Situation:

„Die von der sozialkonservativen Familienforschung des 19. Jhdts. immer wieder verherrlichte bäuerliche Dreigenerationenfamilie war nur dort Realität, wo das Ausgedinge sich durchsetzen konnte. Dies war aber in Deutschland Mitte des 17. Jhdts. nur an sehr wenigen Orten der Fall. Die bäuerliche Dreigenerationenfamilie fehlte überall dort, wo die Tragfähigkeit der Höfe mehr als eine Kernfamilie, bestehend aus dem Elternpaar und den noch nicht verheirateten Kindern, nicht zu verkraften vermochte. Sie fehlte fast gänzlich in den Realteilungsgebieten mit ihren kleinen Hofstellen“.

Mägde und Knechte kamen überwiegend aus Flörsheimer Familien. Kinder kinderreicher, weniger wohlhabender Familien, verdingten sich als Magd oder Knecht auf anderen Höfen. Mägde und Knechte waren prinzipiell unverheiratet. Der Anteil auswärtiger Mägde und Knechte hat 3 % der Einwohnerzahl Flörsheims sicher nicht überschritten (17. Jhdt.).

Geburten/Jahr und Wirtschaftsindex  Die schwarzen Balken charakterisieren den Trend. Im unteren Teildiagramm sind beide Kurven durch eine Skalenverschiebung überlagert. Der Einbruch 1689, wo nur ein einziger Eintrag existiert, könnte daran liegen, dass GB 1674 - 1718 G ausgelagert war. Es ist offenbar bereits im nächsten Jahr wieder zurück.

Rekonstruierte (große grüne Kreise), gemittelte und interpolierte Geburten/Jahr.   Die Sterbedaten sind hier noch nicht aufgearbeitet.

Zahl der Geburten, Toten und Heiraten pro Jahr von 1620 bis 1800    Die Daten in diesem Diagramm entsprechen 15.130 Kirchenbucheinträgen.   

Gemittelte und interpolierte Geburtenzahlen pro Jahr sowie die in bestimmten Zeiten geschätzten bzw. berechneten Totenzahlen pro Jahr. Diese Kurven sind die Eingabedaten für die Simulation der Bevölkerungsentwicklung.

Heiratsalter Flörsheimer Frauen zwischen 1670 und 1740. Das mittlere Heiratsalter ist 22,0 Jahre.

Prozentualer Anteil der Frauen, die zwischen 0-4, 5-9 und 10-14 Geburten hatten.

Abb_16_1

Zahl der Überlebenden, die ein bestimmtes Alter erreichen ausgehend von 1000 Neugeborenen.  Hier wurde für den gesamten Bereich „Kinder“ mit einer mittleren Sterberate von 0,06 gerechnet, was zur Berechnung der Bevölkerungsentwicklung  vollkommen ausreichend ist. In Wirklichkeit verläuft die Kurve bis zum 2. Lebensjahr sehr viel steiler und danach bis zum 22. Lebensjahr flacher.

Alter bei Tod Flörsheimer Männer um 1656. Der Schwerpunkt liegt bei 61,2 Jahren.

„Altes Paar“
 Gemälde von Harmen Hals, um 1650

Heiratsalter

„Bauernfamilie“   Radierung von Adrian van Ostade, 1668

Bevölkerungsstatistik