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Mühle 1

Mühle 2

Mühle 3

Mühle 4

 

 

 

 

 

1290

prope rodemol supra ripam (bei der rodemol oberhalb des Flussufers)

 

 

 

1370

 

Claes  zu der Tuben mulen, burger zu meintze

 

 

1437

peder duffel und hen duffel in der NydderMolen (Erbpacht Domkapitel)

Das Domkapitel verpachtet die Obermole an peder duffel

 

 

1454

 

Gerhart dufel der muller, Gerhart muller

 

 

1455

hengen moller haid eyn gang gangen in die nidder molen und ist gewest heyl sluden

 

 

 

1458

niederwendig der roden molen

 

 

 

1470

 

moller hen (hen duffel) kauft die ober mole

 

 

1487

 

Gerhart moller, hentzen von langenhane in der mittelmollen (dyvelsmollen) (Erbpacht Domkapitel)

claus wenthan in der obermollen (Erbpacht Domkapitel)

 

1520

 

Eckarts jeckel hait ein gang gangen in ein mullen ist gewest Jacob meyers von franckfort

Emmelhen hat ein gang gangen in ein mullen ist gewest Clesges Grauels Hen sone

 

1523

Hen wintter hait eyn gang gegangen in die rod mullen ist gewest Cles Hans Clesen

 

 

 

1525

 

Heyntz Mühler von Wynnecken, Eckarts Jeckel und Peter Kürsener in der Mittelmühle gen. Teüfelsmühle (Erbpacht Domkapitel)

Emmelhen in der Obermühle (Erbpacht Domkapitel)

 

1528

 

 

Henrich von Sossenheym hait eyn gang gangen in die ober mullen ist gewest emmelhens

 

1533

 

Peter Wylbach hait eyn gang gangen in die Deuffels mullen  ist gewest Eckharts Jeckels

 

 

 

 

Der Teufelsmüller schuldet dem Domkap. 10 Malter Korn

 

 

1534

Wentzen Hans hait eyn gangk gangen in die rode mullen zu halben teyl ist gewest bernharts michels

 

 

 

1573

Wendel thuchmans Mulen beforcht neben Jeckelhen

 

 

 

1586

Wendel Muller in der Rott Mull den Herren von Erbach zugehörig

 

 

 

 

 

 

 

 

1588

Streit zwischen dem Kl. Eberbach (Roithmühl) und dem Domkapitel (Teüffelsmühl) um den wasserschwall der Roithmühl

 

 

 

wendtel in der Hrn. von Erbach mühl

oberschlächtiges Wasserrad, 12 Schuh Durchmesser

 

 

1599

Velten Müller ein gangk gethan in ein Mühl genand die Rod Mühl ist gewesen Wendell schmidt

 

 

 

1611

Ein gang gethan Michel weisssbach in die Underst Erbacher mulen, 1200 fl

 

 

 

1620

 

 

Antonius Rüger, Müller uf der obersten flesrheimer bachmühl, kauft die Mühle für 514 fl von Hans Henn, die von Velten Müller, dem ersten Mann seiner jetzigen Frau Margaretha, stammt.

 

1629

Philipp Röser Müller in der Hopfenmühle

 

 

 

um 1635

Bernhard Schnell, Bürger und Handelsmann in Ffm., erwirbt die Mühle von Philipp Wolf von Roßenbach, churfürstlicher Mainzer Rat. Die Mühle ist ruiniert, Schnell lässt sie auf seine Kosten reparieren und gangbar machen.

 

 

Herr Peter Hain Besitzer der Mühle

um 1640

Michael Ridteler und seine Frau Gertrud kaufen die Hoppe Mühl von Bernhard Schnell für 500 fl

 

 

 

um 1645

Gertrud Ridteler heiratet Johann Philipp Müller

 

 

 

1645

 

 

Johannes Rüger Nachbar der obersten Mühle

Die Prediger von Frankfurt kaufen die Öberste Mühle unden zu Johannes rieger von Peter Hain für 900 fl

1656

Johann Philipp Müller d. A. in der hoppemuhl (zinst Erbach)

 Philpp Breckheimer ist Besitzer der Mühle

rugers muhle (Stockbuch)

Die obermuhl in Erbpacht des Domkapitels

1665

 

 

Gertrud Rüger, Tochter von Johannes Rüger, heiratet Johannes Hart jun.

 

1666

 

Johann Nauheimer verpfändet die teuffelsmühl an Johannes Zwecke von Frankfurt für 700 fl

 

 

1668

 

 

Anton Hambach von Hofheim kauft die rügerische mühl von Johannes Hart(mann) jun. für 600 fl (Erbpacht Domkapitel)

 

1670

 

Johann Engel  aus Worfelden kauft die Daubermühl von  Joh. Nauheimer für 2200 fl (inkl. 3 Morgen Äcker)

 

Anton Hambach kauft von den Pred. von Ffm. Ihre auf der flersheimer bach gelegene mühl für 750 fl

1671

 

 

Jacob Spiess aus Klein-Gerau kauft von Anton Hambach die rügerische mühl für 825 fl (verh. mit Agatha Engel)

 

1673

 

 

 

Johannes Sittmann kauft von seinen Schwiegereltern (verh. mit Susanna Hambach) die obermühle für 1350 fl
 

1678

 

 

 

Joh. Philipp Müller d. J. kauft die obermühle von seinen Schwiegereltern (verh. mit Anna Catharina Hambach ) für 1350 fl (Erbpacht Domkapitel)

1679

Gertrud Müller vermacht die Hoppe Mühl ihrem Mann

 

 

 

1680

Johann Engel aus Worfelden kauft die rothe mühl von den Erben von Michael Ridteler und Joh. Ph. Müller für 1225 fl

 

 

 

1688

Johann Wendel Engel erbt einen Teil der rothe oder Erbacher Mühl und kauft den Rest für 800 fl

Johann Engel d. J. kauft für 1500 fl (Erbpacht Domkapitel) von seinen Eltern die dauber mühle

Wilhelm Schillig aus Rüsselsheim kauft von seinen Schwiegereltern (verh. mit Sofia Spiess) die mühle ahn der obermühle für 750 fl (Erbpacht Domkapitel)

 

1692

 

 

 

Die Witwe Gertrud von J. Ph. Müller heiratet Joh. Jacob Kieffer aus Eltville, der die oberbach mühle verwaltet (Es gibt 2 minderjährige erbberechtigte Kinder von Joh. Philipp Müller); Um-/Neubau der Mühle

1694

Anna Christina Engel geb. Schillig, verh. mit Joh. Engel d. J. kauft die rothe oder Hoppenmühl von den Miterben von Wendel Engel für 1321 fl; Mühlenneubau vor 1694

 

 

 

1695

 

 

Kilian Schwertzel heiratet Sofia, die Witwe von Wilhelm Schillig, und übernimmt die Mühle für 750 fl. Nicolaus Müller (verh. mit Elis. Spiess) protestiert und bietet 1500 fl 

 

1698

 

 

Das Gericht stellt fest, dass der mühlbau verfallen und ohnmöglich ist auszubessere oder zu handthaben

 

1699

 

 

 

Johann Jacob Kiefer muss die Mühle an die Kinder Nicolaus und Matthias aus erster Ehe von Gertrud abtreten, die ihm 528 fl zahlen müssen. Matthias ist wahnwitzig.
Kiefer beginnt mit dem Bau der Wiesenmühle

1701

 

Müller Johann Georg Engel, desgl. 1704/1705

 

 

1710

 

Joh. Georg Engel muss die Tauber Mülle wegen 4100 fl nicht bezahlter Schulden und Zinsen an Joh. Michael Appel (Steinmühle Wicker) abgeben

 

 

1716

 

 

 

Die obermühle wird versteigert. Meistbietende sind  mit 3512 fl Barbara, die Witwe von Nicolaus Müller und ihr zweiter Ehemann Johannes Müller aus Wicker.

Die Geschichte der Mühlen am Flörsheimer Bach in der frühen Neuzeit ist sehr komplex, zum einen, weil die Besitzer sehr häufig wechselten, zum andern, weil die Bezeichnungen der Mühlen sich immer wieder änderten, und in Gerichtsbucheinträgen und anderen Dokumenten nicht immer auf Anhieb klar ist, welche der Mühlen gemeint ist.
Die Mühlen wurden entweder nach dem jeweiligen Besitzer benannt oder nach ihrer Lage entlang des Baches. So wurde, nachdem um 1370 eine zweite Mühle gebaut wurde, die erste Mühle auch als  Nyddermole bezeichnet und die zweite als Obermole, wobei ”ober” immer Richtung bachaufwärts bedeutet. Als um 1480 eine dritte Mühle gebaut wurde, wurde die zweite Mühle zur Mittelmühle und die neue zur Obermühle.
Eine Ausnahme ist die mündungsnächste Mühle, die rodemol, die bereits 1290 erwähnt wird. Die Bezeichung hat nichts mit der Farbe rot zu tun, sondern deutet auf eine gerodete Fläche hin, auf der die Mühle errichtet wurde. Dieser Name der Mühle wurde über Jahrhunderte beibehalten; “Hopfenmühle” als Bezeichnung für diese Mühle erscheint zum ersten Mal 1629.
Eine Ackerbeschreibung in der Urkunde von 1290 prope rodemol supra ripam
bedeutet “bei der Rode Mühle oberhalb des Flussufers”. Die Rode Mühle stand also in unmittelbarer Nähe zum Main und war damit die spätere Hopfenmühle, die unterste der Mühlen am Flörsheimer Bach. via versus molendinum in der gleichen Urkunde bedeutet “Weg zu der Mühle”, Mühle im Singular; es gab 1290 offenbar nur eine Mühle. Sie war die älteste nachweisbare Mühle (1986 abgerissen) und existierte vor der Taubertsmühle, die zum ersten Mal 1370 erwähnt wird.
Die Fakten in der folgenden Tabelle basieren auf den Flörsheimer Gerichtsbüchern dieser Zeit und den Dokumenten 22/650, 105/224, 105/228 und 105/364 des HHStAW. Sie unterscheiden sich teilweise erheblich von den in [Ciesielski/Mohr 2003] gemachten Angaben.
Um Begriffsverwirrungen zu vermeiden, werden in der folgenden Tabelle die Mühlen nummeriert, von der Mündung an bachaufwärts.
Die letzten in Flörsheim erhaltenen Mühlengebäude sind die auf dem Anwesen von Peter Traiser (Mühle 4) und die der Wiesenmühle, siehe weiter unten.

Oberschlächtige Wasserräder; Mühle 2 hatte 1588 ein oberschlächtiges Wasserrad mit einem Durchmesser von 3,5 m. Bilder  von hier und hier.

Die heutigen Gebäude auf dem Anwesen von Peter Traiser (ehemalige Mühle 4). Hinter dem Anwesen der Galgenberg.

Dieses Zahnrad saß auf der Achse des Wasserrades im Mühlengebäude. Von hier aus wurden über mehrere Getriebestufen die optimale Drehzahl und das notwendige Drehmoment für die  Mühlsteine erzeugt.

Innenhof des Anwesens mit dem Eingang zu einem Keller in Richtung Galgenberg.

Der Kellereingang mit einem Schlusstein im Bogen von 1749

Der Schlusstein im Bogen des Kellereingangs. Das Wappen zeigt das Symbol der Müller/Mühlenbauer: Wasserrad, Kammrad und Zirkel. Die Buchstaben waren wahrscheinlich vor der Restaurierung stark verwittert; das “N” dürfte ein “M” gewesen sein. 1749 war Michael Lanzinger Besitzer der Mühle. Er war verheiratet mit Eva Catharina Landvogt.

Der Mühlkanal von Mühle 4 (“Traiser´s Mühle”). Hier lief zuletzt ein oberschlächtiges Wasserrad mit einem Durchmesser von 5,2 m;  die Leistung hinter dem Getriebe  betrug  ca. 7 kW.  

Ein ehemaliger Mahlstein von Mühle 4. Die vier Löcher dienten zur Aufnahme von Gewichten zum Auswuchten dieses Läufersteins.

Die Mühlen am Flörsheimer Bach (Plan J). Die Bezeichnungen der Mühlen sind die, die in der Mitte des 17. Jhdts.  am häufigsten verwendet wurden. Die Wiesenmühle wurde 1699 gebaut.

Die Mündung des  Flörsheimer Bachs in den Main  Aufnahme 2013

Der Flörsheimer Bach kurz vor der Mündung bei rückstauendem Hochwasser.       Aufnahme 2010

Allee zur ehemaligen Hopfenmühle (Mühle 1), Richtung Süden  Aufnahme 2013

Der Flörsheimer Bach an der ehemaligen Hopfenmühle bei Niedrigwasser    Aufnahme 2011

Der Flörsheimer Bach hatte genügend Gefälle, um oberschlächtige Wasserräder zu betreiben. Von Mühle 2 ist bekannt, dass sie 1588 ein oberschlächtiges Wasserrad hatte, siehe auch hier
Mühle 4 hatte oberschlächtige Wasserräder (Peter Traiser). Wahrscheinlich hatten alle Flörsheimer Mühlen oberschlächtige Wasserräder.
Oberschlächtige Wasserräder können Wirkungsgrade von über 70 % erreichen, unterschlächtige Wasserräder erreichen selbst unter optimalen Bedingungen nur etwa 20 %.
Die Leistung eines  oberschlächtigen Wasserrades ist  P = η * ρ * g * V/t * H in Watt; η Wirkungsgrad, ρ Dichte des Wassers (1000 kg/m³), g Erdbeschleunigung (9,81 m/s²), V/t Wasserstrom in m³/s, H Durchmesser des Wasserrades in m. 
Bei einer angenommenen Beaufschlagung mit 100 L/s lieferte das Wasserrad von Mühle 2 im Jahr 1588  mit einem Durchmesser von 3,5 m eine Leistung von 2,4 kW.
Anders als bei einem unterschlächtigen Wasserrad hängt die erreichbare Leistung eines oberschlächtigen Wasserrades nicht von der Strömungsgeschwindigkeit des Wassers ab, sondern von der verfügbaren Wassermenge (Beaufschlagung) und dem Durchmesser des Wasserrades. Die ersten Mühlen wurden in Mündungsnähe des Baches gebaut, weil dort die verfügbare Wassermenge am größten ist.
Es gab Zeiten, in denen die Flörsheimer Müller wegen Wassermangels nicht mahlen konnten.

Aufnahmen 2012 - 2015

Heutige Gebäude der Wiesenmühle, im Vordergrund des mittleren Bildes der Hochheimer Steg über den Flörsheimer Bach, die Inschrift über dem Kellereingang ist ”HJK 1699” (Hans Jacob Kiefer)   Aufnahmen 2007

Die Flörsheimer Mühlen bis 1716